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Setzt Apple bald auf Google Gemini statt auf eine eigene KI?
In den letzten Wochen liest man immer häufiger die Behauptung, Apple würde seine eigene KI „aufgeben“ und künftig komplett auf Google Gemini setzen. Klingt nach einem großen Strategiewechsel – ist aber so in dieser Form nicht korrekt. Tatsächlich verfolgt Apple eher einen Hybrid-Ansatz: Eigene KI bleibt der Kern, externe Modelle können optional ergänzen.
Die kurze Antwort
- Nein: Apple setzt nicht vollständig auf Gemini statt auf eigene KI.
- Ja, teilweise: Apple kann externe KI-Modelle (wie Gemini) optional einbinden – als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Apples KI-Strategie: Eigener Kern bleibt Standard
Apple baut weiterhin stark auf eine eigene KI-Plattform, die eng in iOS, iPadOS und macOS integriert ist. Der Fokus liegt dabei auf drei Kernthemen:
- Systemintegration: KI-Funktionen sollen direkt in Apps und Workflows eingebettet sein.
- Datenschutz: Möglichst viel Verarbeitung passiert auf dem Gerät (On-Device) oder über Apples eigene Infrastruktur.
- Kontrolle: Apple möchte Abhängigkeiten von einzelnen Drittanbietern vermeiden.
Welche Rolle spielt Google Gemini dann?
Google Gemini ist eines der leistungsfähigeren KI-Modelle am Markt. Apple kann externe Modelle wie Gemini perspektivisch als zusätzliche Option anbieten – beispielsweise für bestimmte komplexe Anfragen. Wichtig dabei: Das bedeutet nicht, dass Gemini „die Apple-KI ersetzt“.
Typischerweise ist das Konzept so zu verstehen:
- Die Apple-KI bleibt die Standardlösung für viele Funktionen.
- Für bestimmte Anfragen kann (optional) ein externes Modell genutzt werden.
- Eine Nutzung externer KI ist in der Regel an Transparenz und Zustimmung gekoppelt.
Wird Siri durch Gemini ersetzt?
Nein. Siri bleibt Apples eigener Sprachassistent. Was sich aber verändert: Siri wird technisch weiterentwickelt und kann künftig deutlich besser mit Kontext umgehen, komplexere Aufgaben verstehen und systemweit Aktionen ausführen. Externe KI kann dabei – wenn Apple es so umsetzt – eher als „Werkzeug im Hintergrund“ dienen, während Siri die Benutzeroberfläche und Steuerlogik bleibt.
Warum Apple diesen Weg wählt
Der hybride Ansatz bietet Apple klare Vorteile:
- Datenschutz & Kontrolle: Apple kann festlegen, welche Daten wie verarbeitet werden.
- Flexibilität: Apple kann je nach Use-Case das passende Modell nutzen oder wechseln.
- Qualitätsgewinn: Für bestimmte Aufgaben kann ein spezialisiertes externes Modell sinnvoll sein.
- Unabhängigkeit: Apple vermeidet, vollständig von einem Drittanbieter abhängig zu werden.
Die Aussage „Apple setzt bald auf Gemini und nicht mehr auf eigene KI“ ist in dieser Pauschalität falsch. Realistischer ist: Apple bleibt beim eigenen KI-Kern und kann externe Modelle wie Gemini optional ergänzend einsetzen. Damit kombiniert Apple Datenschutz und Systemintegration mit zusätzlicher Power dort, wo sie wirklich benötigt wird.
