Teile diesen Beitrag
Das Ende einer Ära? Warum Asus (vorerst) keine Smartphones mehr baut
Es ist die Nachricht, die in dieser Woche die Tech-Welt erschüttert hat: Der taiwanische Hardware-Riese Asus zieht die Reißleine. Nach Jahren voller Innovationen, mutiger Nischenprodukte und einer treuen Fangemeinde wurde offiziell bestätigt, dass es im Jahr 2026 keine neuen Smartphones der Marken Zenfone und ROG Phone geben wird.
Was steckt hinter dieser Entscheidung, und was bedeutet das für dich als Nutzer? Wir haben die Details zusammengefasst.
Der strategische Schwenk: KI statt Hosentasche
Bei einer feierlichen Gala in Taipeh ließ Asus-Vorsitzender Jonney Shih die Bombe platzen: Asus wird künftig keine neuen Handymodelle mehr entwickeln. Stattdessen werden die Ressourcen massiv umgeschichtet. Das Zauberwort heißt – wenig überraschend – KI.
Asus möchte seine Ingenieurskraft künftig in folgende Bereiche investieren:
- Physical AI: Robotik und intelligente Maschinen.
- Smart Glasses: Die Entwicklung von KI-gestützten Brillen.
- Commercial PCs: Hochleistungs-Laptops für Geschäftskunden, die verstärkt auf KI-Chips setzen.
Warum jetzt? Die Gründe für den Rückzug
Auch wenn Asus-Smartphones wie das kompakte Zenfone 10 oder das Gaming-Monster ROG Phone 9 bei Kritikern stets Bestnoten erhielten, sprachen die Zahlen eine andere Sprache.
- Der Skaleneffekt: Gegen Giganten wie Samsung oder Apple ist es für kleinere Player extrem schwer, profitabel zu arbeiten, da die Einkaufspreise für Komponenten (wie Displays und CPUs) bei geringeren Stückzahlen deutlich höher sind.
- Steigende Kosten: Die Preise für Speicherchips und Prozessoren sind 2025/2026 massiv gestiegen.
- Fokus auf Stärken: Im Bereich Gaming-Hardware und Mainboards ist Asus Weltmarktführer. Der Smartphone-Markt wurde im Vergleich dazu immer mehr zum riskanten Zuschussgeschäft.
Was passiert mit meinem Zenfone oder ROG Phone?
Die wichtigste Nachricht für alle aktuellen Besitzer: Keine Panik. Asus hat explizit betont, dass der Support bestehen bleibt. Garantieleistungen, Reparaturen und Sicherheitsupdates für aktuelle Modelle werden weiterhin wie geplant fortgeführt. Du musst dein Gerät also nicht verkaufen – es wird nicht plötzlich zum „Elektroschrott“.
Ein herber Verlust für den Markt
Mit dem Rückzug von Asus verliert der Markt einen der letzten „Mutigen“. Asus war einer der wenigen Hersteller, die noch kompakte Flaggschiffe bauten, während alle anderen auf Riesen-Displays setzten. Auch im Bereich Mobile Gaming hat Asus mit der ROG-Serie Maßstäbe gesetzt, die nun schwer zu ersetzen sein werden.
Ob es 2027 ein Comeback gibt? Offiziell lässt man sich bei Asus ein kleines Hintertürchen offen und spricht teils von einer „Pause“. Doch Branchenexperten sind skeptisch: Einmal raus, ist der Wiedereinstieg in den extrem schnellen Mobilfunkmarkt fast unmöglich.
