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Starlink Selbsttest in Bosnien & Herzegowina: Funktioniert Roam trotz fehlender Freigabe?
Ende März wird es spannend. Wir planen einen echten Praxistest mit Starlink in Bosnien und Herzegowina – obwohl der Dienst dort offiziell noch nicht freigeschaltet ist. Die große Frage: Funktioniert der Roam-Tarif trotzdem?
Der Plan: Starlink in Deutschland aktivieren – in Bosnien testen
Unser Vorgehen ist klar strukturiert:
- Starlink-Hardware in Deutschland kaufen
- Einrichtung und Aktivierung hier vorab
- Roam-Tarif (mobiler Tarif für unterwegs) buchen
- Mitnahme der Antenne nach Bosnien & Herzegowina
- Vor Ort mehrere Wochen im Realbetrieb testen
Ziel ist es nicht nur zu prüfen, ob eine Verbindung aufgebaut wird, sondern vor allem:
- Welche Download- und Uploadraten kommen tatsächlich an?
- Wie stabil ist die Verbindung über 2–3 Wochen?
- Kommt es zu Sperren oder Einschränkungen?
- Greift ein Geofencing-System?
Offizielle Lage: Roam nur in freigegebenen Ländern erlaubt
Laut der offiziellen Starlink-Webseite darf der Roam-Tarif nur in Ländern genutzt werden, in denen Starlink offiziell verfügbar ist. Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro werden derzeit noch als „ab 2026 verfügbar“ geführt.
Technisch betrachtet kommuniziert die Antenne direkt mit den Low-Earth-Orbit-Satelliten im Orbit. Es müssen also keine „neuen Satelliten“ für einzelne Länder aktiviert werden – das Netz existiert physikalisch bereits.
Die entscheidende Frage ist daher eher softwareseitig:
- Erkennt Starlink über IP- oder GPS-Daten den Standort?
- Gibt es serverseitige Geo-Beschränkungen?
- Wird die Nutzung toleriert oder aktiv blockiert?
Warum dieser Test für den Balkan extrem relevant wäre
In ländlichen Regionen von Bosnien, Serbien oder Montenegro ist die Internetversorgung teilweise weiterhin schwach ausgebaut. Glasfaser ist selten, DSL oft langsam, und mobiles Netz nicht überall stabil.
Falls Starlink dort technisch problemlos funktioniert, wäre das ein enormer Mehrwert für:
- Abgelegene Dörfer
- Bergregionen
- Ferienhäuser
- Digitale Nomaden
- Kleine Unternehmen außerhalb der Städte
Die finanzielle Realität
Ein entscheidender Faktor bleibt natürlich der Preis. Starlink ist kein günstiger Dienst. Hardwarekosten plus monatlicher Tarif liegen deutlich über klassischen Internetanschlüssen.
Das Bruttoinlandsprodukt und Durchschnittseinkommen in Bosnien und Herzegowina oder Serbien sind im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger. Dennoch gibt es durchaus Zielgruppen, für die stabile, schnelle Internetverbindung wichtiger ist als der Preis:
- Selbstständige
- IT-Arbeiter im Homeoffice
- Touristische Anbieter
- Internationale Geschäftsverbindungen
Was wir konkret testen werden
Unser Selbsttest wird sich nicht auf einen Speedtest beschränken. Wir prüfen unter Realbedingungen:
- Dauerhafte Streaming-Nutzung
- Video-Calls
- Cloud-Arbeit
- Gaming-Latenz
- Verbindungsabbrüche
- Eventuelle Drosselungen oder Warnhinweise
Besonders interessant wird sein, ob die Verbindung über mehrere Wochen stabil bleibt – oder ob nach einigen Tagen eine automatische Standortprüfung greift.
Was passiert, wenn es funktioniert?
Sollte der Test positiv verlaufen, wäre das ein starkes Signal für viele Nutzer in noch nicht offiziell freigeschalteten Ländern. Es würde zeigen, dass die technische Infrastruktur bereits vorhanden ist – und dass es primär regulatorische oder administrative Gründe für die Verzögerung gibt.
Natürlich bleibt dabei immer die rechtliche Grauzone zu beachten. Offiziell freigegeben ist die Nutzung dort derzeit nicht.
Wir gehen technisch davon aus, dass eine Verbindung möglich sein dürfte – entscheidend ist jedoch, ob Starlink diese Nutzung dauerhaft toleriert.
Ende März wissen wir mehr. Wir werden die Ergebnisse transparent dokumentieren und hier auf SmartphoneAmigo.de veröffentlichen.
Bleibt also dran – das könnte für den gesamten Balkan spannend werden.

