USA sperren erste Geräte mit Huawei-Chips – FCC verschärft Vorgehen gegen HiSilicon

USA sperren erste Geräte mit Huawei-Chips – FCC verschärft Vorgehen gegen HiSilicon
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Die USA gehen erneut gegen Technologie aus dem Umfeld des chinesischen Herstellers Huawei vor. Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat zwei elektronische Geräte für den amerikanischen Markt blockiert, weil darin Chips von Huaweis Halbleitertochter HiSilicon verbaut sein sollen. Betroffen sind eine Dashcam und ein drahtloser Videoübertrager. Der Fall könnte weitreichende Auswirkungen auf Hersteller haben, die entsprechende Prozessoren in ihren Produkten einsetzen.

FCC blockiert zwei Geräte mit Huawei-Technologie

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die Federal Communications Commission (FCC) die Zulassung von zwei Geräten verhindert. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um eine Fahrzeugkamera und einen drahtlosen Videoübertrager.

Beide Geräte sollen Chips enthalten, die dem chinesischen Halbleiterunternehmen HiSilicon zugeordnet werden. HiSilicon ist eine Tochtergesellschaft von Huawei und entwickelt unter anderem Prozessoren für Kameras, Videoverarbeitung und weitere elektronische Anwendungen.

Bemerkenswert ist dabei, dass die FCC nicht ausschließlich gegen komplette Produkte von Huawei vorgeht. Vielmehr können auch Geräte anderer Hersteller betroffen sein, wenn sie bestimmte Halbleiter aus dem Huawei-Umfeld verwenden.

Reuters-Bericht zur FCC-Entscheidung lesen »

Warum stehen HiSilicon-Chips im Mittelpunkt?

HiSilicon gehört zu den wichtigsten Chipentwicklern im Huawei-Konzern. Das Unternehmen entwickelt Halbleiterlösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche, darunter Smartphones, Netzwerkhardware und intelligente Kamerasysteme.

Gerade im Bereich der Videoüberwachung kommen spezialisierte Prozessoren zum Einsatz. Diese übernehmen beispielsweise die Bildverarbeitung, Videokomprimierung oder die Auswertung von Kamerabildern.

Zu den bekannten Lösungen gehört die Hi3516-Familie. Der Hi3516CV610 ist beispielsweise ein System-on-a-Chip für intelligente Videoanwendungen, das unter anderem Funktionen zur automatisierten Bilderkennung unterstützt.

Welche konkreten HiSilicon-Chips in den beiden nun blockierten Geräten stecken, wurde in den vorliegenden Berichten allerdings nicht eindeutig offengelegt.

Bislang keine bestätigte unerlaubte Datenübertragung

Ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung: Nach den bisher veröffentlichten Informationen wurde nicht bestätigt, dass die beiden Geräte tatsächlich unerlaubt Daten an Huawei übertragen haben.

Ebenso liegen keine öffentlich bestätigten Erkenntnisse darüber vor, dass die betroffenen Produkte bereits für unautorisierte Überwachungsaktivitäten eingesetzt wurden.

Die FCC begründet ihr Vorgehen vielmehr mit möglichen Risiken für die nationale Sicherheit. Dabei spielt die Herkunft der eingesetzten Halbleiter und deren Verbindung zu Unternehmen auf amerikanischen Sicherheitslisten eine entscheidende Rolle.

FCC-Chef Brendan Carr sieht in Videogeräten mit Überwachungschips entsprechender Hersteller ein nicht akzeptables Sicherheitsrisiko.

US-Beschränkungen könnten weitere Hersteller treffen

Die Entscheidung ist auch deshalb interessant, weil HiSilicon-Chips nicht ausschließlich in Produkten von Huawei selbst verwendet werden.

Andere Elektronikhersteller können entsprechende Prozessoren ebenfalls in ihren Kamerasystemen oder Videoübertragungsgeräten einsetzen.

Für Unternehmen, die ihre Produkte in den USA verkaufen möchten, könnte die Herkunft einzelner Bauteile deshalb künftig noch wichtiger werden.

Hersteller müssten gegebenenfalls alternative Chips einsetzen, um die amerikanischen Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen. Das könnte zusätzliche Entwicklungsarbeit, höhere Kosten oder Änderungen an bestehenden Produktdesigns nach sich ziehen.

Ob und in welchem Umfang weitere Geräte betroffen sein werden, lässt sich derzeit allerdings noch nicht abschätzen.

Was bedeutet die Entscheidung für Huawei?

Huawei steht bereits seit Jahren im Mittelpunkt amerikanischer Handels- und Technologiebeschränkungen. Besonders bekannt sind die Auswirkungen auf das Smartphone-Geschäft, nachdem der Zugang zu bestimmten US-Technologien und Google-Diensten eingeschränkt wurde.

Die aktuelle FCC-Entscheidung betrifft dagegen einen anderen Bereich: elektronische Geräte, die Halbleiter aus dem Huawei-Umfeld verwenden.

Damit rückt nicht nur der Hersteller eines Endprodukts in den Fokus, sondern auch dessen technische Lieferkette.

Für HiSilicon könnte dies den Zugang zum amerikanischen Markt zusätzlich erschweren, wenn weitere Geräte mit entsprechenden Chips keine Zulassung erhalten.

Sind auch Geräte in Deutschland betroffen?

Die aktuelle Entscheidung betrifft zunächst den US-amerikanischen Markt. Daraus ergibt sich kein automatisches Verkaufsverbot für entsprechende Produkte in Deutschland oder anderen europäischen Ländern.

In der Europäischen Union gelten eigene Zulassungs- und Sicherheitsvorschriften. Ob einzelne Produkte hier verkauft werden dürfen, hängt von den jeweils anwendbaren europäischen Regelungen ab.

Verbraucher in Deutschland müssen deshalb aus der aktuellen FCC-Entscheidung allein nicht ableiten, dass ihre bereits gekauften Kameras oder anderen elektronischen Geräte künftig nicht mehr verwendet werden dürfen.

Ein Signal an die gesamte Elektronikbranche

Der Fall zeigt, wie stark sich internationale Technologiepolitik inzwischen auf einzelne elektronische Bauteile konzentriert.

Während frühere Beschränkungen häufig mit bestimmten Herstellern oder kompletten Produktgruppen verbunden waren, rücken nun auch Chips innerhalb von Geräten anderer Marken in den Mittelpunkt.

Für Huawei und HiSilicon ist die Entscheidung eine weitere Herausforderung auf dem amerikanischen Markt. Für andere Hersteller stellt sich gleichzeitig die Frage, wie sie ihre Lieferketten gestalten müssen, um unterschiedliche internationale Anforderungen zu erfüllen.

Entscheidend bleibt jedoch die Unterscheidung zwischen einem behördlich angenommenen Sicherheitsrisiko und einem tatsächlich nachgewiesenen Missbrauch. Im aktuellen Fall ist eine unerlaubte Datenübertragung durch die beiden betroffenen Geräte bislang nicht öffentlich bestätigt worden.

Quellen und weiterführende Informationen

Reuters: USA blockieren zwei Geräte mit chinesischen Chips »

Huawei Central: Neue FCC-Regeln für HiSilicon-Chips »

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