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Deutschland verfügt derzeit über vier eigenständige Mobilfunknetze: Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica mit der Marke O2 sowie 1&1. Geht es nach dem neuen Telefónica-Deutschland-Chef Santiago Argelich Hesse, könnte sich diese Situation künftig allerdings wieder ändern.
Der Manager stellt die aktuelle Struktur des deutschen Mobilfunkmarktes infrage und hält eine Konsolidierung von vier auf drei Netzbetreiber für eine mögliche Lösung. Gleichzeitig sorgen seine Aussagen erneut für Spekulationen rund um Telefónica/O2 und 1&1.
Telefónica-Chef: Deutschland braucht keine vier Mobilfunknetze
Santiago Argelich Hesse sieht die derzeitige Situation mit vier Netzbetreibern kritisch. Deutschland nehme im Vergleich mit anderen großen europäischen Märkten eine Sonderrolle ein.
Nach Ansicht des Telefónica-Managers führen vier parallel betriebene Netze zwar zu einem intensiven Wettbewerb und niedrigen Preisen für Verbraucher, gleichzeitig erschwere die Struktur aber Investitionen und Innovationen.
Eine mögliche Lösung wäre für ihn deshalb ein Markt mit nur noch drei großen Mobilfunknetzbetreibern.
Kommt es zu einem Zusammenschluss von O2 und 1&1?
Die Aussagen sind besonders interessant, weil bereits seit längerer Zeit immer wieder über eine mögliche Annäherung zwischen Telefónica Deutschland und 1&1 spekuliert wird.
Bestätigt ist ein solcher Zusammenschluss allerdings nicht. Auch zu den aktuellen Spekulationen rund um O2 und 1&1 wollte sich Santiago Argelich Hesse nicht konkret äußern.
Auch United Internet, der Mutterkonzern von 1&1, hatte entsprechende Spekulationen in der Vergangenheit wiederholt zurückgewiesen.
Die Aussage, Deutschland könnte langfristig wieder mit drei Netzbetreibern auskommen, bedeutet daher ausdrücklich nicht, dass bereits eine Fusion zwischen Telefónica und 1&1 geplant oder beschlossen wurde.
1&1 hat Telefónica als Netzpartner verlassen
Brisant ist das Thema auch aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit beider Unternehmen. 1&1 beziehungsweise die Marken der Drillisch-Gruppe nutzten über viele Jahre in großem Umfang das Mobilfunknetz von Telefónica.
Seit Dezember 2023 betreibt 1&1 jedoch ein eigenes Mobilfunknetz und ist damit der vierte Netzbetreiber in Deutschland.
Da sich dieses Netz weiterhin im Ausbau befindet, setzt 1&1 zusätzlich auf National Roaming. Dabei hat das Unternehmen Telefónica als bisherigen Partner verlassen und arbeitet inzwischen mit Vodafone zusammen.
Wo das eigene 1&1-Netz noch nicht verfügbar ist, können Kunden dadurch auf das Vodafone-Netz zurückgreifen.
Verlust von 1&1 belastet Telefónica
Für Telefónica Deutschland war der Wechsel von 1&1 ein bedeutender Einschnitt. Millionen Mobilfunkkunden, die zuvor über Marken aus dem Umfeld von 1&1 und Drillisch das Telefónica-Netz nutzten, wurden schrittweise in das neue 1&1-Netz beziehungsweise zum National Roaming über Vodafone überführt.
Telefónica-Chef Argelich Hesse räumte ein, dass die Umsätze des Unternehmens seitdem unter Druck geraten seien.
Gleichzeitig will Telefónica seine Strategie in Deutschland neu ausrichten. Unter anderem sollen das Geschäft mit Unternehmenskunden und bestehende Partnerschaften ausgebaut werden. Auch die Marke O2 soll künftig stärker positioniert werden.
Was würde eine Konsolidierung für Mobilfunkkunden bedeuten?
Ob es in Deutschland langfristig tatsächlich wieder nur drei Mobilfunknetzbetreiber geben wird, ist derzeit vollkommen offen.
Eine Zusammenlegung großer Netzbetreiber müsste zudem von den zuständigen Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden intensiv geprüft werden. Dabei dürfte unter anderem die Frage eine wichtige Rolle spielen, wie sich eine mögliche Konsolidierung auf Wettbewerb, Preise, Netzausbau und Investitionen auswirken würde.
Interessant ist, dass der Telefónica-Chef selbst darauf hinweist, dass der starke Wettbewerb mit vier Netzen derzeit zu niedrigen Preisen für Verbraucher beiträgt. Gleichzeitig argumentiert er, dass die aktuelle Marktstruktur Investitionen in die Netze erschwere.
O2 und 1&1: Aktuell bleibt es bei Spekulationen
Für Mobilfunkkunden ändert sich zunächst nichts. Deutschland verfügt weiterhin über die vier Netze von Telekom, Vodafone, O2/Telefónica und 1&1.
Die Aussagen des Telefónica-Chefs dürften die Diskussion über die zukünftige Struktur des deutschen Mobilfunkmarktes allerdings neu anheizen.
Ob daraus irgendwann tatsächlich eine Annäherung zwischen Telefónica und 1&1 entsteht oder eine Konsolidierung in einer völlig anderen Form stattfindet, bleibt abzuwarten.
Wichtig: Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine bestätigte Fusion zwischen O2/Telefónica und 1&1.
Quellen: n-tv / Telefónica Deutschland

