HarmonyOS knackt 90 Millionen Installationen – Huawei steuert auf 100 Millionen zu

HarmonyOS knackt 90 Millionen Installationen – Huawei steuert auf 100 Millionen zu
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Huawei erreicht mit HarmonyOS einen weiteren Meilenstein: Mehr als 90 Millionen Installationen wurden inzwischen registriert. Damit rückt die Marke von 100 Millionen immer näher. Das hauseigene Betriebssystem entwickelt sich insbesondere in China zu einer ernsthaften Alternative zu Android und iOS.

Was vor einigen Jahren noch als ambitioniertes Projekt begann, hat sich mittlerweile zu einem eigenständigen Betriebssystem mit Millionen Nutzern entwickelt. Huawei investiert weiterhin kräftig in HarmonyOS und arbeitet daran, die Abhängigkeit von Android vollständig hinter sich zu lassen.

HarmonyOS: 90 Millionen Installationen erreicht

Nach Informationen von Huawei Central hat HarmonyOS Ende September 2026 die Marke von 90 Millionen Installationen überschritten. Die Zahlen beziehen sich auf die neueren Systemgenerationen HarmonyOS 5, HarmonyOS 6 und HarmonyOS 7.

Besonders interessant ist die Geschwindigkeit, mit der das Betriebssystem wächst. Dem Bericht zufolge installieren täglich rund 177.100 Nutzer eine entsprechende HarmonyOS-Aktualisierung.

Am 1. Oktober bestätigte Huawei zudem offiziell, dass bereits mehr als 90 Millionen Endgeräte mit HarmonyOS 6 oder HarmonyOS 7 ausgestattet sind. Dabei werden allerdings unterschiedliche Gerätekategorien berücksichtigt, weshalb sich diese Zahl nicht unmittelbar mit den zuvor gemeldeten Smartphone-Installationen vergleichen lässt.

Das nächste große Ziel steht jedenfalls fest: 100 Millionen Installationen beziehungsweise Geräte sollen möglichst noch 2026 erreicht werden.

Huawei verabschiedet sich endgültig von Android

Der eigentliche Durchbruch gelang Huawei mit HarmonyOS 5. Diese Systemgeneration markierte den Übergang zu einer vollständig eigenständigen Softwareplattform, die nicht mehr auf den bisherigen Android-Bibliotheken basiert.

Während frühere HarmonyOS-Versionen noch technische Gemeinsamkeiten mit Android aufwiesen, setzt Huawei bei den neueren Generationen auf eigene grundlegende Technologien.

Dazu gehören unter anderem:

  • Ein eigener Systemkernel als Grundlage des Betriebssystems
  • Der Ark Compiler zur effizienten Ausführung von Anwendungen
  • Eigene Technologien zur Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten
  • Ein eigenständiges Ökosystem für Apps und Spiele
  • Eine engere Abstimmung zwischen Hardware und Software

Damit möchte Huawei nicht nur unabhängiger werden, sondern langfristig auch Verbesserungen bei Leistung, Sicherheit und Energieeffizienz ermöglichen.

Allerdings bringt die Eigenständigkeit auch Herausforderungen mit sich. Herkömmliche Android-Anwendungen lassen sich auf den neuen nativen HarmonyOS-Versionen nicht mehr ohne Weiteres installieren. Entwickler müssen ihre Anwendungen entsprechend anpassen.

HarmonyOS ist bereits das drittgrößte Smartphone-Betriebssystem

Dass Huawei mit seiner Strategie durchaus erfolgreich ist, zeigen auch aktuelle Marktdaten.

Laut Counterpoint Research erreichte HarmonyOS im zweiten Quartal 2026 einen weltweiten Anteil von rund 5 Prozent an den Smartphone-Verkäufen. Damit liegt das Betriebssystem hinter Android und iOS auf dem dritten Platz.

Besonders beeindruckend fallen die Zahlen auf dem chinesischen Markt aus. Dort verteilten sich die Smartphone-Verkäufe im zweiten Quartal 2026 folgendermaßen:

  • Android: 58 Prozent
  • HarmonyOS: 24 Prozent
  • iOS: 18 Prozent

Huawei konnte sich mit HarmonyOS in China damit sogar vor Apples iOS platzieren. Die Zahlen verdeutlichen, welche Bedeutung das Betriebssystem inzwischen im Heimatmarkt des Unternehmens besitzt.

Immer mehr Apps unterstützen HarmonyOS

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist das wachsende Angebot an nativen Anwendungen.

Huawei arbeitet seit Jahren daran, Entwickler und Unternehmen für das eigene Betriebssystem zu gewinnen. Mittlerweile unterstützen zahlreiche chinesische Banken, Internetunternehmen und Softwareanbieter HarmonyOS mit speziell angepassten Anwendungen.

Auch Spieleentwickler spielen eine wichtige Rolle. Schließlich kann ein Smartphone-Betriebssystem langfristig nur erfolgreich sein, wenn Nutzer auf ihre bevorzugten Anwendungen und Dienste zugreifen können.

Für Huawei bleibt der Ausbau des App-Ökosystems deshalb eine der wichtigsten Aufgaben.

Wann kommt HarmonyOS nach Deutschland?

Für deutsche Smartphone-Nutzer stellt sich natürlich die Frage, wann Huawei seine vollständig eigenständige HarmonyOS-Plattform auch außerhalb Chinas anbieten wird.

Bislang konzentriert sich der Hersteller bei den aktuellen nativen HarmonyOS-Versionen hauptsächlich auf den chinesischen Markt. International verkaufte Huawei-Smartphones setzen weiterhin überwiegend auf EMUI.

Allerdings beschäftigt sich Huawei bereits mit einer möglichen internationalen Expansion des HarmonyOS-Ökosystems. Konkrete Termine für eine breite Einführung auf Smartphones in Deutschland stehen derzeit nicht fest.

Eine internationale Markteinführung wäre zudem mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Insbesondere die Verfügbarkeit beliebter europäischer Anwendungen, Banking-Apps und weiterer wichtiger Dienste müsste gewährleistet sein.

100 Millionen sind nur der nächste Schritt

Die jüngsten Zahlen zeigen deutlich, dass HarmonyOS längst mehr als ein Experiment ist. Huawei hat es geschafft, ein eigenständiges Betriebssystem aufzubauen, das zumindest in China bereits eine wichtige Rolle spielt.

Mit mehr als 90 Millionen Installationen beziehungsweise entsprechend ausgestatteten Geräten rückt die nächste große Marke immer näher.

Spannend wird vor allem, ob Huawei HarmonyOS langfristig auch außerhalb Chinas etablieren kann. Sollte die internationale Expansion gelingen, könnte sich der Wettbewerb zwischen Android, iOS und HarmonyOS in den kommenden Jahren deutlich verschärfen.

Bis dahin bleibt China der wichtigste Markt für Huaweis Betriebssystem.


Quellen und weiterführende Informationen:

Huawei Central – HarmonyOS überschreitet 90 Millionen Installationen

Counterpoint Research – Weltweite Marktanteile der Smartphone-Betriebssysteme

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