Fake-PayPal-Anrufe: „Drücken Sie die 1“ – so funktioniert die Betrugsmasche und so schützt du dich

Fake-PayPal-Anrufe: „Drücken Sie die 1“ – so funktioniert die Betrugsmasche und so schützt du dich
Fake-PayPal-Anrufe: „Drücken Sie die 1“ – so funktioniert die Betrugsmasche und so schützt du dich
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Fake-PayPal-Anrufe: „Drücken Sie die 1“ – so funktioniert die Betrugsmasche und so schützt du dich

Viele Nutzerinnen und Nutzer berichten aktuell wieder vermehrt von betrügerischen Anrufen, bei denen eine Computerstimme behauptet, es gäbe eine verdächtige oder abgelehnte PayPal-Zahlung. Anschließend soll man angeblich „zur Sicherheit“ eine Taste drücken (oft „1“), um mit einem „Mitarbeiter“ verbunden zu werden.

Wichtig: Das ist kein PayPal-Kundenservice – das ist Phishing per Telefon. Ziel ist es, dich unter Druck zu setzen und an deine Zugangsdaten, Codes oder sogar an dein Geld zu kommen.


Warum diese Anrufe so gefährlich sind

Die Masche ist perfide, weil sie mit Angst und Zeitdruck arbeitet: „Eine Zahlung wurde ausgelöst“, „Ihr Konto ist gefährdet“, „Bestätigen Sie jetzt“. Viele reagieren reflexartig, weil sie einen Schaden verhindern wollen.

Die Betrüger nutzen dabei typischerweise drei Schritte:

  1. Automatisierter Anruf (Robocall): Eine Bandansage mit „PayPal-Kundenservice“ oder ähnlichen Formulierungen.
  2. „Taste drücken“ als Köder: Wer drückt, zeigt: Hinter der Nummer steckt ein echter Mensch, der reagiert.
  3. Weiterleitung an einen echten Betrüger: Dort versucht man, dich zu Handlungen zu bewegen (Daten nennen, App installieren, Login durchführen, Zahlungen „stornieren“ usw.).

Oft kommen die Anrufe von unbekannten Rufnummern, manchmal ist die Nummer unterdrückt oder wirkt durch Spoofing „normal“ (auch deutsche Mobilnummern sind möglich). Genau das macht es so schwer, seriös und unseriös auf den ersten Blick zu unterscheiden.


So erkennst du den Betrug (Warnsignale)

  • Computerstimme / Bandansage statt echter Kundenbetreuung.
  • Dringlichkeit: „sofort handeln“, „sonst wird Geld abgebucht“.
  • Taste drücken („1 drücken, um zu sprechen“).
  • Abfrage sensibler Daten (Login, PIN, Einmalcodes, TAN, SMS-Codes).
  • Aufforderung zu Fernzugriff (AnyDesk/TeamViewer o.ä.) oder „Sicherheits-App“ installieren.
  • Unklare Rufnummer, ausländische Vorwahl oder unterdrückte Nummer.

Merksatz: Seriöse Unternehmen fragen dich am Telefon in der Regel nicht nach Passwörtern, PINs, Einmalcodes oder TANs. Und schon gar nicht über eine Bandansage.


Was du tun solltest, wenn du so einen Anruf bekommst

1) Nicht reagieren – auflegen

Drücke keine Taste und bleibe nicht in der Leitung. Lege einfach auf. Schon das Drücken einer Taste kann signalisieren, dass deine Nummer aktiv genutzt wird – und damit mehr Anrufe auslösen.

2) Nummer blockieren (wenn sichtbar)

Wenn eine Nummer angezeigt wurde, blockiere sie direkt auf deinem Smartphone. Das stoppt zwar nicht alle Variantenufnummern-Varianten, reduziert aber Wiederholungen.

3) PayPal selbst prüfen – aber nur über den sicheren Weg

Wenn du verunsichert bist, geh nicht über Rückrufnummern aus dem Anruf und klicke nicht auf Links aus SMS/E-Mails. Nutze stattdessen diese sicheren Varianten:

  • Öffne die PayPal-App oder tippe die PayPal-Adresse selbst im Browser ein.
  • Prüfe Aktivitäten, Zahlungen, Benachrichtigungen und Login-Historie (falls verfügbar).
  • Wenn dort alles normal ist: Haken dran – es war sehr wahrscheinlich Betrug.

Was du tun solltest, wenn du bereits „1“ gedrückt hast

Wenn du nur die Taste gedrückt hast, aber keine Daten weitergegeben und nichts installiert hast, ist meist noch nichts „direkt“ passiert – aber du bist als „reaktive Nummer“ markiert. Daher:

  • Lege auf, blockiere die Nummer (falls sichtbar).
  • Sei in den nächsten Tagen besonders aufmerksam bei weiteren Anrufen/SMS.
  • Prüfe dein PayPal-Konto wie oben beschrieben über App/Website.

Notfall: Du hast Daten herausgegeben oder etwas installiert? Dann sofort handeln

Wenn du einem „Mitarbeiter“ bereits Informationen gegeben hast (z. B. Passwort, SMS-Code, PIN) oder du hast Fernzugriff erlaubt, handle sofort. Jede Minute zählt.

Schritt-für-Schritt Sofortmaßnahmen

  1. PayPal-Passwort sofort ändern (über App/Website, nicht über Links aus Nachrichten).
  2. 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren, falls noch nicht aktiv.
  3. Verknüpfte Geräte/Logins prüfen und unbekannte Sitzungen abmelden.
  4. Bankkonto/Karten checken: unautorisierte Abbuchungen? Im Zweifel Karte sperren lassen.
  5. PayPal-Zahlungen und -Autorisierungen prüfen: Unbekannte Empfänger, wiederkehrende Zahlungen, „Berechtigungen“.
  6. Wenn Fernzugriff aktiv war: Gerät vom Internet trennen, Fernzugriffs-App entfernen, Sicherheitscheck durchführen (ggf. Fachhilfe/IT).

Wenn bereits Geld abgeflossen ist: dokumentiere alles (Zeitpunkt, Nummer, Gesprächsinhalt, Transaktionen) und melde den Vorfall umgehend bei PayPal sowie – je nach Schaden – auch bei deiner Bank und den Behörden.


Warum echte Unternehmen niemals nach deinen Zugangsdaten fragen sollten

Viele Betrugsopfer berichten, dass am Telefon nach „zur Verifizierung“ sensiblen Daten gefragt wird. Das Problem: Sobald ein Betrüger Passwort + Einmalcode hat, kann er sich sehr oft direkt einloggen und Transaktionen auslösen.

Grundregel: Zugangsdaten, PINs, TANs, SMS-Codes oder Bestätigungs-Codes gehören ausschließlich dir. Keine seriöse Firma braucht das am Telefon. Wenn ein „Mitarbeiter“ das verlangt, ist das ein sehr starkes Betrugszeichen.


Wo du solche Anrufe melden kannst (hilft auch anderen)

Auch wenn es nervig ist: Meldungen können dazu beitragen, dass Rufnummern bzw. Anrufmuster schneller gesperrt oder verfolgt werden.

Zusätzlich kannst du dich bei Verbraucherportalen informieren und Warnungen verfolgen – oft tauchen dort aktuelle Varianten dieser Masche auf.


Kurz-Checkliste: Das solltest du dir merken

  • Keine Taste drücken bei Bandansagen, die mit PayPal/Amazon/Banken drohen.
  • Niemals Zugangsdaten, PINs, TANs oder SMS-Codes am Telefon weitergeben.
  • Keine Fernzugriffs-Apps installieren oder Zugriff erlauben.
  • Stattdessen selbst einloggen (App/Website) und Konto prüfen.
  • Im Zweifel: Passwort ändern, 2FA aktivieren, Transaktionen prüfen.

Die „PayPal-Anruf“-Masche mit Computerstimme und „Drücken Sie 1“ ist ein klassisches Beispiel für Telefon-Phishing. Sie wirkt glaubwürdig, weil sie ein bekanntes Unternehmen missbraucht und Druck erzeugt. Wenn du aber die Grundregeln beherzigst – nicht reagieren, nichts drücken, keine Daten teilen und nur über den sicheren Weg selbst prüfen – bist du auf der sicheren Seite.

Tipp: Teile diesen Hinweis gern mit Familie und Freunden – gerade Menschen, die selten Online-Zahlungen nutzen, fallen auf den Druck besonders schnell herein.

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